Bürgerverein Sommerhausen

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Liebe Vorstandsmitglieder, Ehrenmitglieder, Mitglieder und Freunde des Bürgervereins


geht es Euch und Ihnen nicht auch so, dass wir das Thema „Corona-Pandemie“ am liebsten nicht mehr hören wollen. Wenn wir die Nachrichten im Fernsehen anschauen, ist es das Thema Nr.1, wie auch in allen Zeitungen. Wir lechzen danach, mal etwas Anderes zu sehen, zu hören oder zu lesen. Zumindest die Natur löst Glücksgefühle aus, wenn wir das zarte Grün und die Frühlingsblumen sehen oder das Gezwischer der Vögel vernehmen. Die Zugvögel sind wieder zurück. Ein Aufbruch in bessere Zeiten? Das hoffen wir alle. Das Impfen geht zumindest etwas schneller voran. Viele ältere Bürger wurden schon einmal, wenn auch schon zweimal geimpft. Für die Kinder die sich austoben wollen, ist die jetztige Situation schlimm. Da sind die Eltern sehr gefordert.

Das Ungewisse ist, dass selbst die Virologen nicht wissen, wie die Mutationen die sich stetig verändern, auf uns Menschen einwirken. Panikmachen, gilt nicht. Die Menschheit wurde immer schon immer mit Seuchen aller Art fertig.

In unseren sonst so lebendigen Sommerhausen ist wie in allen Städten und Dörfern Deutschland, das öffentliche Leben fast weit gehend ausgeschaltet. Der dritte Lockdown bereitet uns noch mehr Sorgen. Wir lechzen so danach. endlich wieder Versammlungen, Veranstaltungen, Feste erleben zu dürfen. Wenn es wieder wärmer wird, hoffen wir, dass zumindest wieder Außenbewirtungen offen sind.

Wir brauchen die menschliche Nähe, die Umarmungen, die Emotionen. Dass wir diese Zeit überbrücken können und wieder Hoffnung schöpfen können, ist auch das Bestreben der viel gescholtenen Kirche. Wer die Gottesdienste, trotz Maske, in unserer Bartholomäuskirche erlebt, empfindet wieder einen Hauch Lebensfreude. Unsere lieben Pfarrersleut Jochen und Irene Maier geben uns viel Kraft. Wenn wir auch in der Kirche nicht singen dürfen, so freuen wir uns auf die Trahndorff-Familie, die uns mit ihren Gesangsvorträgen unsere Herzen erfreuen und die Gottesdienste bereichern.

Ein großes Lob gilt unseren Ärzten und ihren Helferteams, sowie den vielen Menschen welche im Pflegeberuf arbeiten. Darüber wird in den Medien, im Gegensatz zum letzten Jahr, kaum mehr berichtet. Auch den vielen Helfern in den Impfzentren unser aller Dank und Bewunderung. Dass die Umverteilung der Impfstoffe so im argen liegt, ist ein Politikum, ein menschliches Versagen vieler. Vorsichtig ausgedrückt, sie sind mit diesen Aufgaben überfordert, geben es aber nicht zu. Unsere Bundeskanzlerin machte da eine Ausnahme, als sie ihren Fehler zu gab. Unsere übergenaue Bürokratie trägt auch dazu bei, dass nichts vorwärts geht.
„Formulare, Formulare, von der Wiege bis zur Bahre“, das Sprichwort passt zu uns Deutschen, die wir alles dokumentieren müssen, möglichst drei-und vierfach, um uns abzusichern.

Als ehemaliger Zollbeamter kenne ich diesen überzogenen, bürokratischen Aufwand. In meinen Zollgeschichten, welche ich vielleicht mal veröffentlicht werde, habe ich die skurrilsten Dinge erlebt und notiert, die durch bürokratische Verfehlungen entstanden sind. Die Gesetze und Verordnungen welche in der EU durch hochdekorierte Juristen entworfen und letztlich verabschiedet werden, sind oft in in der Praxis nicht umzusetzen. Der gesunde Menschenverstand löst manchmal schwerwiegende Entscheidungen besser. Der Ermessensspielraum mag er auch noch so klein sein, sollte nie außer Acht gezogen werden. Der bürokratische Aufwand mag sinnvoll sein, wenn Betrügereien aufgedeckt werden müssen. „Wer betrügt, muss unbedingt bestraft werden“. Doch vor dem Gesetz sind nicht alle gleich. Immer wieder gibt es richterliche Entscheidungen, die nicht vertretbar sind.

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde in Sommerhausen neu gewählt. Ein Jahr ist nun der neue Gemeinderat tätig. Statt im historischen Sitzungssaal sitzen die Marktgemeinderäte im größeren Bürgersaal mit den entsprechenden Abstand und mit Masken. Ein groteskes Bild. In diesem Jahr kommt auch der digitale Fortschritt, dank Wilfried Saak, zum Tragen. Die Marktgemeinderäte und die Besucher können nun auf der Leinwand die Tagespunkte und die vorgeschlagenen Beschlüsse in großen Buchstaben sehen.

Wer aufmerksam die Gedanken unseres Bürgermeisters im Mitteilungsblatt liest, weiß zu schätzen, dass Wilfried Saak großen Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen legt, dass er die ehrenamtlichen Helfer immer wieder erwähnt. Für ihn ist es ganz wichtig, die Bürgerinnen- und Bürger zu informieren.

Wer bei den letzten Gemeinderatssitzen war, spürte, dass die politische Gemeinde lebt und zukunftsorientiert handelt und positive Zeichen setzt. Das Klima im Gemeinderat war noch nie so gut. Skeptiker werden sagen, dass zuviel Harmonie der Politik schadet. Da darf ich entgegensteuern, wo keine Harmonie ist, können auch keine Fortschritte erfolgen. Das harmonische Gleichgewicht leidet nicht durch die verschiedenen Meinungen und sachlich bezogenen Kritiken.

Persönliche Differenzen und egozentrische Vorgehensweisen vergiften dagegen das Klima. Das erleben wir leider immer wieder im Bundestag. Noch schlimmer ist es, wenn Politiker die Corona-Pandemie zu ihren Gunsten nutzen und sich durch dubiose Geschäfte bereicherten. Auf Druck der Medien und ihrer Parteikollegen traten sie aus der Partei aus.
Da sie frei gewählt wurden, ein Nachteil unserer parlamentarischen Demokratie, können sie kaum belangt werden. Doch sie schaden nicht nur ihrer Partei, sondern unserem Land. Unerklärlich, dass Politiker, die schon im Rentenalter sind, Jura studiert und ein großes Einkommen haben, diese Machenschaften ausüben. Vor den Wahlen erscheinen sie gütig lächelnd, sympathisch aussehend auf riesigen Plakaten. Bei ihren Wahlreden bekamen sie riesigen Beifall, wurden umschmeichelt und in den Himmel gehoben.

Nun daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Da es „Gott sei Dank“, so nehmen wir an, wesentlich mehr aufrechte Politiker gibt, geben wir der hohen Politik noch mal eine Chance. Der diesjährige Wahlkampf wird spannend werden. Es kann zu Überraschungen kommen.

In diesem Sinne Euch allen „Gesundheit“. Hoffen wir, dass wir uns bald wieder frei und unbeschwert versammeln können. Wir sollten aber noch eine zeitlang geduldig sein.


Auf Fränkisch „Servus“

Euer Siegbert Fuchs

 

Jahreshauptversammlung 2021 – diesmal digital

 

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde des Bürgervereins,

alle Jahreshauptversammlungen der Sommerhäuser Vereine, fanden wegen Corona in diesem Jahr nicht statt. Das gab es außer in Kriegszeiten noch nie. Wir begegnen uns im Freien im angemessenen Abstand, in Räumen nur in Masken. Ein skurriles Alltagsbild, das wir fast schon normal finden. In den den entlegendsten Winkeln dieser Welt, das gleiche Bild. In den Medien ist das Thema „Corona- Pandemie“ seit fast einem Jahr, stets an erster Stelle.

Es ist noch nicht abzusehen, wann es wieder normale Verhältnisse gibt. Wann die Vereine wieder planen können, liegt nicht in unseren Händen. Wir müssen geduldig abwarten und den nun verlängerten Lockdown mit Geduld ertragen. Bis März 2020 konnten noch Veranstaltungen stattfinden. So fand noch unsere Jahreshauptversammlung am 12.1. im Gasthaus zum Goldenen Ochsen statt. 46 Mitglieder, soviel wie nie zu vor, nahmen teil. Über diese Versammlung und unserer letzten Veranstaltung am 8.3. dem Bunten Nachmittag im Gemeindezentrum, berichte ich als Schriftführer im Gesamtbericht 2020, welchen ich Euch später per Mail in mehreren Teilen, als Ersatz für die Jahreshauptversammlung, zusenden werden. Die älteren Mitglieder, welche über kein Internet verfügen, können den Jahresbericht auf Wunsch per Post erhalten.

Wir gedenken nun an unsere verstorbenen Mitglieder:

Im Jahre 2020 verstarben in Sommerhausen 12 Bürgerinnen- und Bürger, darunter zwei Ehrenmitglieder und zwei Mitglieder des Bürgervereins.
Es verstarben: Ehrenmitglied Leonhard Weth im Alter von 95 Jahren, Ehrenmitglied Werner Genauer im Alter von 83 Jahre, Mitglied Wolfgang Pompe im Alter von 61 Jahren und Mitglied Reiner Bidner im Alter von 72 Jahren. Dem Bürgerverein stand Kaspar Steinmann nahe, der im Alter von 90 Jahren verstarb. Der ortskundige Kaspar Steinmann, versorgte uns immer wieder mit geschichtlichen Daten über Sommerhausen. Erwähnen möchte ich noch die weiteren Verstorbenen, wie Ellinor Schuster, Lydia Plaßwig, Philipp Kreuzer, Doris Winkler und Hermine Zimmermann. Sie besuchten, so lange sie noch gesund waren, gerne unsere Veranstaltungen oder nahmen an den Jahresausflügen teil.

Im Jahre 2020 konnten wir mit Stefan und Ines Oehler, Andre und Jennifer Sahm, Christian und Tina Hofer, 6 Neumitglieder begrüßen.

Immer wieder werde ich über die Aufgaben des Bürgervereins gefragt,
Die Aufgaben laut Satzung des Bürgervereins sind:
1- Interessen und Wünsche der Bürger im demokratischen Sinne zu unterstützen.

2- Geschichtliche und örtliche Begebenheiten chronologisch festzuhalten und zu archivieren.

3- Verbundenheit mit den anderen örtlichen Vereinen und von Vereinen von Nachbarschaftsgemeinden zu pflegen.

4- Unterhaltung und Geselligkeit zu pflegen.

5- Ausrichtung und Mitwirkuzng bei kulturellen Veranstaltungen und sonstigenTätigkeiten, welche der Allgemeinheit dienen.

6- Erstellung und Verbreitung des Jahreskalenders, solange aus dem Verkauf ein Guthaben erwirtschaftet werden kann.

Ein vielfäliges Aufgabengebiet, dass wir um ehrlich zu sein, nie erfüllen können. Da fehlen uns, wie in allen anderen Vereinen, weitere ehrenamtliche Helfer die sich für unsere Themen interessieren. Wir sind ein spezieller Verein, der als einziger Sommerhäuser Verein, sich der Geschichte und den Geschehnissen von Sommerhausen annimmt, und auch „Aktuelles“ festhält. Das nicht unbedingt akribisch, Was wir festhalten, darüber schreiben und archivieren, bleibt uns überlassen. Wir betrachten uns als eine Nische, als ein lebendiges Element für die Bürgerschaft, welche von uns bestimmte Geschichten erfahren, welche die Gemeinde nicht festhält. Dazu zählen auch Biografien von Menschen in unserer Marktgemeinde. Interessant ist, dass wir ein fast unerschöpfliches Bildmaterial haben. Michael Bergmann, Karl Liebing, Karl Zesewitz, Helmut Schönbuchner und meine Wenigkeit, fingen damit an. So konnten wir die ersten Ausstellungen durchführen. Alles hat seinen Anfang. Das wichtigste war, Begonnenes weiter zu führen. In Zukunft brauchen wir junge engagierte Mitglieder, die unser Erbe weiter führen.

Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, der Bürgerverein wird sich nie in die Belange des Gemeinderates einmischen, Befragungen, Anregungen oder Wünsche der Bürger vorzutragen, ist laut unserer Satzung aber möglich. Wird aber selten genutzt, da die Bürger den direkten Weg, was auch richtig ist, zum Bürgermeister oder zum Gemeinderat suchen. Bei der Gestaltung des Gemeindearchivs mitzuwirken, ist auch nicht unsere Sache. Dafür konnte die Gemeinde eine professionelle Archivarin wie Irene Meeh verpflichten. Ein Glücksfall für Sommerhausen. Sie stellte sich im Mitteilungsblatt mit ihren „Nachrichten aus dem Archiv“ vor. In ihrem Untertext, „Notwendige Arbeiten, die niemand bemerkt,“ trifft sie den Nagel auf den Kopf. Ihre Tätigkeit ist eine ganz wichtige, weil sie mit viel Sorgfalt, wichtige Unterlagen, Gemeinderatsbeschlüsse, Verwaltungsangelegenheiten, Protokollbücher und vieles mehr sortiert und archiviert. Die Gemeinde profitiert sehr von ihrer Arbeit, selbstverständlich auch die Sommerhäuser Bürger. Irene Meeh steht, so bekundete sie zum Abschluss ihres Berichtes, gerne den Bürgerinnen und Bürger für Anfragen zur Geschichte von Sommerhausen zur Verfügung.
Irene Meeh möchte auch den Bürgerverein gerne helfen, wenn wir bestimmte Daten, welche wir für spätere Ausstellungen oder für spezielle Berichte, brauchen. Gefragt wurde ich auch von Mitgliedern, welche Aufgaben der von der Gemeinde bestimmte Stadtschreiber in Zukunft hat. Der auserwählte Schauspieler Markus Grimm, Neumitglied unseres Vereins, wird das mit der Gemeinde regeln. Da haben wir vom Bürgerverein keinen Einfluss und wollen das auch nicht.

Die Aufgaben von Markus Grimm werden wohl auf höherem Niveau liegen, um das Künstlertum in Sommerhausen wieder in Gang zu bringen. Qualitativ ansprechende Veranstaltungen zu gestalten, werden seine Zielvorgaben sein. In dieser Richtung sollte die Gemeinde Markus Grimm unbedingt helfen. Inwieweit wir als Verein da mithelfen können, bleibt abzuwarten.

In Sommerhausen das wissen wir alle, dürfen wir uns auf vergangene Lorbeeren nicht ausruhen. Die kulturellen Glanzzeiten in den 70er bis 90er Jahren liegen weit zurück und wird es in dieser Form nicht mehr geben. Doch wir können anderweitig neue Impulse setzen. Der neue engagierte Gemeinderat, wird sich bestimmt einiges einfallen lassen. Sommerhausen hat nach wie vor viel Substanz. Nach Corona wird es einen Neuanfang geben, der sollte genutzt werden.

Zurück zum Thema „Bürgerverein“.
Ein herzliches Dankeschön den Vorstandsmitgliedern Michael Reichelt (2.Vorsitzender), Raimund Plaßwig (Kassier), Frank Lindner, Heinrich Schwarz, Karl Zimmermann, Marlene Hauschild (Beisitzer) für ihre Mitarbeit. Ein besonderes Dankeschön gilt Michael Reichelt und Raimund Plasswig, welche die Kassengeschäfte und die Mitgliedslisten pflegen. Vergelts Gott an Frank Lindner, der die Plakate für unsere Veranstaltungen, so wunderbar gestaltet. Ein weiteres Dankeschön an die Fahnenträger Heinrich Schwarz und Winfried Wagner und an Marlene Hauschild, welche gemeinsam mit Annett Reichelt, Heidi Plasswig, Andrea Krapf für den Blumenschmuck und die Dekoration bei den Veranstaltungen verantwortlich waren und hoffentlich auch in Zukunft mithelfen. Beim Bunten Nachmittag halfen Adelheid Baumann, Edeltraud Reich, Renate Battiany-Fuchs, Heinrich Schwarz und Christian Lorenz im Service mit viel Engagement mit. Unser Ehrenvorsitzender Michael Bergmann, Karl Liebing, Karl Zesewitz, Günter Obermeier, Lothar Bohne und Christian Lorenz sind immer helfend bei den Ausstellungen dabei. Ihre Hilfe benötigen wir auch in Zukunft.

Unser neuer Bürgermeister und Mitglied Wilfried Saak stand dem Bürgerverein schon immer nahe. Er digitalisierte die vielen alten Filme von annodazumal, welche ich gedreht habe, und speicherte sie auf einer Festplatte. Diese sollten bearbeitet werden, was leider noch nicht geschah, weil wir keine Spezialisten kennen, welche das gegen ein entsprechendes Entgeld machen könnten.

Unbedingt zu unserem Kreis gehören Heidrun Traupe und Ludwig Angerer, die vorbildlich den Töpfermarkt organisieren. Das die Töpfer so gerne nach Sommerhausen kommen, ist ihr Verdienst. Hoffen wir, dass der Töpfermarkt im Herbst wieder stattfinden wird. Unser Alt-Bürgermeister Fritz Steinmann, der auch Mitglied in unserem Verein ist, so hoffen wir, dass er uns, wenn er Zeit hat, auch helfen kann, wie sein Vorgänger Gerhard Oehler. Beide wissen so viel über Sommerhausen. Wir brauchen die alten Haudegen. Doch wir sollten für die Zukunft unbedingt junge Leute gewinnen.

Wir freuen uns über jeden, der sich bei uns engagieren möchte.

Erfreulich dass wir im Jahre 2019 genau 20 junge Neu-Mitglieder gewinnen konnten. Deren Anliegen ist hauptsächlich die Jugendarbeit, welche in Sommerhausen in all den Jahren veranlässigt wurde. Ein Dankeschön an Dr. Mareike Mauser, die mit ihrem jungen Team Zeichen setzte. Ein Jugendzentrum ist der große Wunsch, der durchaus verwirklicht werden kann, da die Gemeinde einige Anwesen erwerben konnte.
Selbstverständlich hoffen auch andere Vereine und der Bürgerverein ein geeignetes Domizil zu bekommen. Die Zeit ist reif dafür.

Schon dreimal seit 1998, haben wir uns beworben. Immer gab es leider Absagen. Die Kapazität in unserem kleinen Büro im Feuerwehrhaus ist fast ausgeschöpft. Unser Archiv besteht mitlerweile aus 170 eigene Ordner, plus ca 30 weitere Ordner, welche wir u.a. aus den Nachlässen verstorbener Bürger erhielten.
Als ich vor 25 Jahren als Schriftführer angefangen habe, waren es 15 Ordner. Über 3000 von mir geschriebene Seiten kamen dazu. Der Bürgerverein hat sich seit den 90er-Jahren stetig weiter bewegt.

Michael Bergmann löste 1996 Erich Jacoby ab, der 20 Jahre 1.Vorsitzender war und brachte frischen Wind. Seit fast 13 Jahren bin ich nun der 1. Vorsitzende. Unter Michael Bergmann´s, (bis 2008 1.Vorsitzender) und meiner Regie, fielen viele Veranstaltungen darunter, 20 Ausstellungen, genau so viele bunte Nachmittage, Heimatabende, Lesungen, Jahresausflüge, Erstellung der Jahreskalender und vieles mehr. In unserem überfüllten Büro lagern noch 6 volle Kisten mit vielen Fotos und Dokumente, die darauf warten, sortiert zu werden. Da viele alte Fotos dabei sind, bitte ich ältere Bürger, diese mal mit mir durchzuschauen, doch erst dann, wenn Corona vorbei ist. Karl Liebing half mir im letzten Sommer einige Tage, als der erste Lockdown vorbei war.

Von unserem verstorbenen Mitglied Leona Malipiero-Hofer und von ihrem Sohn Christian Hofer, Neumitglied unseres Vereins, haben wir massenweise wertvolle Fotos und Aufzeichnungen von Luigi Malipiero erhalten, die wir kurzfristig verwahren. Einen Teil davon habe ich schon in Ordnern abgeheftet. Mit der Gemeindearchivarin Irene Meeh und Waltraud Schiedermair wollen wir, wenn möglich noch in diesem Jahr an diese Aufgabe herangehen. Das ist wertvolles Kulturgut, denn Ehrenbürger Luigi Malipiero hat wie kein anderer, Sommerhausen berühmt gemacht. Deshalb ist es letztlich Aufgabe der Gemeinde, dass diese wertvollen Bestandteile einen gebührenden Platz bekommen und von der Allgemeinheit in Zukunft besichtigt werden können. Das Thema war lange Tabu. Auch deshalb weil in unserer schnelllebigen Zeit, so manches liegen blieb, weil wichtigere Vorhaben in der Gemeinde getätigt werden mussten. Deshalb ist es sehr wichtig, wenn Vereine der Gemeinde helfen und in ihren Aufgaben Zeichen setzen können.

Warum in diesem Jahr keinen Jahreskalender gab, habe ich schon im Mitteilungsblatt mitgeteilt. Für diejenigen, die es nicht gelesen haben, gehe ich nochmal auf die Frage ein. Da die Ausstellung „Sommerhäuser Zeitgeschehen“ im Oktober und der Weihnachtsmarkt ausgefallen ist, und wir bei diesen Veranstaltungen in den letzten Jahren immer über 100 Kalender verkauft haben, hätte diese Einnahme in diesem Jahr gefehlt. Es wäre ein Minusgeschäft geworden.

Das Jahr 2020 begann so vielversprechend. Es entglitt uns allen, wie aus dem heiteren Himmel. Der heimtückische und unsichtbare Covid-19 Erreger ereichte auch unsere Heimat. Wir in Deutschland nahmen das erst einmal nur zur Kenntnis und waren uns noch nicht bewußt, dass es auch uns treffen könnte. Schon im März wurden wir mit der Tatsache konfrontiert, dass auch bei uns die Corona-Pandemie Einzug hielt. In Mainfranken, speziell in Bergtheim, gab es die ersten massiven Krankheitsfälle.

Als wir am 8.1. 2020 unsere sehr gut besuchte Jahreshauptversammlung im Gasthaus zum Ochsen hielten, dachten wir noch nicht daran, dass wir fast alle Termine später absagen mussten.

Am 8. März, das war schon ein Risiko, konnten wir den Bunten Nachmittag im Gemeindezentrum noch durchführen. Wir mussten das Programm umstellen, weil der Kindergarten verständlicherweise absagte. Wir danken im nachhinein unseren beiden Pfarrersleut´, Irene und Jochen Maier und der Kirchengemeinde, welche uns das Gemeindezentrum zur Verfügung stellten. Pfarrer Jochen Maier ist seit 2019 Mitglied im Bürgerverein.

Danach ging nichts mehr. Wir vom Bürgerverein hatten somit die letzte Veranstaltung. Für die anderen Sommerhäuser Vereine kam es knüppeldick. Die Weinfeste, die Kirchweih, der Weihnachtsmarkt und fast alle Veranstaltungen, mussten abgesagt werden. Ausnahmen waren: Das Erntedankfest, die Veranstaltung anläßlich des Besuchs von Bischof Bedford-Strohm und die Weihnachtsandacht im Weinberg.
Auch wir vom Bürgerverein waren von den Absagen betroffen. Unsere Veranstaltungen, Töpfermarkt, die Ausstellung „Sommerhäuser Zeitgeschehen“ und der Heimatabend, mussten abgesagt werden. Auch Gottesdienste fanden im ersten „Lockdown“ nicht statt, welche später wieder mit strengen Auflagen (Maskenpflicht) fortgeführt werden konnten. So auch die Beerdigungen, die nur im Familienkreis stattfanden und erst später wieder mit Bürgern zugelassen wurden.

Wir wissen, dass die fortschreitende Globalisierung dazu beitrug, dass Erreger weltweit ihren Einzug gefunden haben. In meinen umfassenden Bericht „Gedanken zur jetzigen Zeit“, welche ich im Mai 2020 geschrieben habe, ging ich auf das Thema und seine Auswirkungen ein, die eigentlich schon lange vorher bekannt waren. Man ignorierte von hoher Stelle aus diese prekäre Entwicklung. Durch meinen Beruf am Flughafen und auch in anderen Bereichen später im Frachtwesen, wurde ich immer wieder hautnah damit konfrontiert, wenn legal und illegal Waren zu uns kamen, die verunreinigt und verseucht waren, Damit meine ich hauptsächlich die Einfuhr von Tieren und Pflanzen, doch auch andere Produkte. Da bestand immer die Gefahr, dass Viren und Bakterien zu uns gelangen. Es ist und bleibt ein Teufelskreis. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert. Bei diesem Masseneinfuhren ist eine genaue Kontrolle nicht möglich. Da rutscht viel durch, was unsere Gesundheit gefährden kann.

Wir werden auch in Zukunft damit Probleme bekommen. Weiterhin werden belastete Lebensmittel aus allen Herrenländer eingeführt. Weiterhin werden Millionen von Menschen in den Urlaub fliegen. Weiterhin werden Urlaubsreisen mit Luxusschiffen gebucht. Weiterhin fahren große Autos auf unsere Straßen und Autobahnen. Weiterhin wird die Umwelt belastet werden.

Geeignete Pläne sind schon lange vorhanden, es liegt an der Umsetzung.
Die Umstellung wird ein langer Prozeß werden.

Die Politik hat es verdammt schwer, denn sie kann sich nicht mit den übermächtigen Konzernen anlegen. Da hängen zu viele Arbeitsplätze daran. Der Ex- und Import mit anderen Staaten ist notwendig, um das wirtschaftliche Gleichgewicht zu halten. Deutschland kann schon lange nicht mehr alle Menschen im eigenen Land ernähren. Jahr für Jahr geben landwirtschaftliche Betriebe bei uns auf. Unsere Landschaft wird von Jahr zu Jahr immer mehr zersiedelt.

Was uns diese Pandemie jedoch offen gelegt hat und wir davon lernen können, dass nicht alles steuer- und regulierbar ist, wie wir das gerne wollen. Wir Menschen werden immer den Naturgesetzen, trotz des technischen Fortschritts in der Technik, in der Medizin und in vielen anderen Bereichen, unterworfen sein. Wir sind keine Roboter, wir sind Menschen aus Fleisch und Blut, zeigen Gefühle und Emotionen und brauchen um zu überleben, sauberes Wasser und naturnahe Lebensmittel. Und wir leben ja nur ein Leben und das ist im Kosmos nur ein winziger Augenblick. Gewiss dürfen wir Christen auch an eine Wiedergeburt glauben, Vielleicht kommen wir als anderes Lebewesen wieder zurück auf die Erde ?

In der kurzen Zeit unseres Lebens können wir aber viel bewegen, wenn es auch nur in unserem unmittelbaren Umfeld, in der Familie, im Beruf, im Freundeskreis, in der politischen – oder kirchlichen Gemeinde oder in den Vereinen ist.

Wir alle sind ein Stück Gemeinschaft. Die Vereine in Sommerhausen machen das recht gut. Jeder auf seiner Weise. Jeder Verein hat seine absolute Berechtigung. Dass ein so alter Verein wie die Sommerhäuser Liedertafel aufgeben musste, tut schon weh. Das ist der Zahn der Zeit. Das deutsche Liedgut verschwand immer mehr und konnte sich nicht mal in ländlichen Gebieten halten. Ausnahmen gibt es in bestimmten Regionen.

Die Anglizismen haben weltweit stark Fuß gefasst. Die schöne deutsche Sprache verkümmert immer mehr. In den neuen Fernsehfilmen, Krimis – und Serien wird ein monotones, manchmal unverständliches, primitives, Deutsch dem Publikum vorgesetzt. Bestimmte Zeitungen passen sich ebenfalls an, wobei die Main-Post sich nach meiner Sicht wieder mehr bemüht, bessere Berichterstattung zu liefern.

Wir müssen uns in Zukunft unbedingt gegenseitig stützen und stärken.
Das Traditionelle darf nicht verloren gehen.

Denken wir bitte auch an unsere Vereine in dieser schweren Zeit.

Speziell für die TSG war es ein ganz schweres Jahr. Die Turnhalle konnte nicht genutzt werden, die wichtige Jugendarbeit stagnierte, der Fußballspielbetrieb lahmte und was den Verein so fehlte, da litt auch der Burschenverein darunter, dass die wichtigen Einnahmen der Weinfeste und des Weihnachtsmarktes fehlten.
So blieb den Verantwortlichen der TSG nichts anderes übrig, als zu einer Spendenaktion aufzurufen. Der 1.Vorsitzender Dr. Harald Reger erzählte mir, dass die Spenden überraschenderweise gut waren. Gewiss war die Spende eines Einzelnen mit einem fünfstelligen Betrag das Absolute, doch auch weitere viele Spenden halfen dem Verein sehr, diese schwere Zeit sorgenfrei zu überbrücken. Wir der Bürgerverein steuerten 1000.- Euro bei. Hoffentlich haben sich auch andere Vereine an der Spendenaktion angeschlossen.

In dieser Pandemie ist es sehr wichtig, solidarisch zu handeln. Wir können uns nicht immer auf die hohe Politik verlassen. Wir müssen uns selbst helfen können.

Sommerhausen wird sich neu orientieren.

Dass sich die Gastronomie verändert hat, liegt auch am Alterungsprozess der Gastronomen und am Trend der Zeit, dass es zu wenig junge Menschen gibt, die in diesem Gewerbe arbeiten wollen. Auch die Essensgewohnheiten haben sich geändert, das Essen muss möglichst billig sein. Quantität statt Qualität. Die meisten jungen Menschen tendieren zu Fertigkost. Es muss alles schnell gehen. „Amerika live“ lässt grüßen.

In der Corona-Pandemie haben wir auf einmal viel Zeit geschenkt bekommen. Diese sollten wir sinnvoll nutzen, anstatt sich nur berieseln zu lassen. Der Computer ist zweifellos eine großartige Errungenschaft. Wenn wir diesen sinnvoll nutzen, können wir unsere Neugier und unser Wissen schärfen und bereichern. Wir können digital Kontakte pflegen. Das tun wir auch beim Bürgerverein. So bekommen viele Mitglieder, so weit wir ihre E-Mail Adresse wissen, die Berichte in Zukunft per E-Mail mit Anhang, PDF- oder Worddatei.

Wir dürfen aber bitte ältere Mitglieder nicht vergessen, die digital nicht vernetzt sind. Sie werden weiterhin per Post schriftlich informiert. Alternativ zum Internet sollten wir weiterhin gute Zeitschriften und Bücher lesen, um unser Wissen zu erweitern.
Die Vielfalt der Informationen effektiv zu nutzen, bringen uns voran. Von der ausufernden Medienlandschaft dürfen wir uns nicht zu sehr blenden und verunsichern lassen. Die Technik, den Fortschritt sinnvoll zu nutzen, ist eine Bereicherung für uns alle.

Ausstellungen des Bürgervereins

Vor 23 Jahren begannen wir mit unseren Ausstellungen im Rathaus , die wir bis heute im Rahmen der Sommerhäuser Kirchweih durchführen und seit vielen Jahren, vom Landratsamt Würzburg unterstützt, unter dem Gesamtbegriff „Kulturherbst“ weiterführen. Dem Motto „Sommerhäuser Zeitgeschehen“ widmen wir uns. Die Fotos, Gemälde, Dokumente, welche an den Stellwänden hängen, werden je nach Thema sorgfältig ausgesucht. Die Ausstellung „Landwirtschaft und Weinbau“ war die Größte von allen. Da war eine Vorbereitung von 6 Monaten nötig. In 12 Ordnern ist diese Ausstellung archiviert. Sie schlummert jetzt in unseren engen Raum im Feuerwehrhaus.

Schön wäre es, wenn andere Vereine an bestimmte zukünftige Ausstellungen mitmachen würden.

Wir haben uns gefreut, dass der Historische Burschenverein und die Reservistenkameradschaft bei der letzten Ausstellung sich beteiligt haben.

Die Geschichten unter dem Titel „Sommerhäuser Zeitgeschehen“ welche im Mitteilungsblatt erscheinen, habe ich an Hand der gesammelten Dokumente, Fotos und Zeitungsausschnitte recherchiert. Ein große Hilfe war besonders Erika Oehler, die in all den Jahren, alle Zeitungsausschnitte sammelte und mir zur Verfügung stellte. Von Karl Zimmermann erhielt ich über 20 Ordner. Sein verstorbener Vater Richard Zimmermann war ein begeisterter Sammler.

Zweifellos ist das Recherchieren sehr zeitaufwendig, noch mehr das Schreiben, doch es macht ja auch Spass in vergangene Zeiten einzutauchen. Diese Geschichten von annodazumal führe ich noch gerne weiter, wie auch meine Nachtwächterführungen, so lange ich noch geistig fit bleibe. Auf der Suche eines Nachfolgers bin ich leider noch nicht fündig geworden. Zumindest habe ich schon einen Nachtwächternachfolger im Auge.

Unser Verein wird in diesem Jahr 138 Jahre alt, in 12 Jahren feiern wir unser 150jähriges Bestehen. Viele erinnern sich noch an die 125.jährige Jubiläumsveranstaltung, welche wir am 5. 9. 2008 in der Willy-Supp-Halle gebührend gefeiert haben. Als wäre es erst gestern gewesen. Da war ich als kurz gewählter 1.Vorsitzender, da Jürgen Forke und Kassier Helmut Schönbuchner überraschend zurück traten, gleich gefordert, diese Veranstaltung vorzubereiten. Da half das neu gewählte Gremium, ganz besonders Hartmut Kress und weitere viele Helferinnen und Helfer, super mit.

Wann wurde der Bürgerverein gegründet und welche Personen standen dahinter? Am 22. Dezenber 1882 bestätigte das Königliche Bezirksamt Ochsenfurt mit der Unterschrift des Königlichen Bezirksamtmann in einem Schreiben den Antrag des Bürgervereins Sommerhausen über die Gründung des Bürgervereins, welche im Frühjahr 1883 erfolgte.

Die Gründungsmitglieder waren: 1.Vorstand Johann Schwarz, Schriftführer Bernhard Horbelt jun. Kassier: Johann Mündlein Beisitzer: Georg Schwarz, Johann Steigerwald, Johann Horbelt sen. Georg Hofmann. Die Beiträge damals: Aufnahmegebühr 30 Pfennig, Der vierteljährige Beitrag betrug 10 Pfennig. Das war damals viel Geld. Man verdiente damals im Schnitt 10 Mark in der Woche. Ein Brot kostete damals 12 Pfennige, ein Krug Bier 10 Pfennige.

Unter § 1 stand: „Die Gesellschaft führt den Namen Bürgerverein und hat gesellige Unterhaltung, sowie Besprechungen über Landwirtschaft, Obstbau usw. zum Zweck“. Unter § 2 stand: Zur Aufnahme eignen sich alle hiesigen Bürger unbescholtenen Rufs. Wer laut Satzung, die Sittlichkeit oder die Bürgertugend verletzt hatte, wurde aus dem Bürgerverein ausgestoßen. Dass Frauen nicht zugelassen wurden, stand nicht in der Satzung. Erst in den 70er Jahren wurden Frauen als Mitglieder zugelassen. Der Bürgerverein hatte in der Nazizeit auch den Zusatznahmen Kriegerverein. Der wurde sofort nach Kriegsende gestrichen. In Winterhausen trägt unser Partnerschaftsverein immer noch den Namen Krieger- und Bürgerverein.

Der Bürgerverein Sommerhausen wurde am 7.5.1948 wieder ins Leben gerufen. Die Satzung ist bis auf dem Punkt 6 (Kalenderverkauf) und kleinen Änderungen bis heute so geblieben, wie 1948 beschlossen wurde.

Wir trauern um zwei Mitglieder im neuen Jahr

Ehrenmitglied Wolfgang Baum verstarb am 18.1.2021 und wurde am Samstag den 23.1.2021 beigesetzt. Pfarrer Jochen Maier hielt den Trauergottesdienst. Werner Schönig hielt für den Historischen Burschenverein die Trauerrede. Für die weiteren Vereine hielt Siegbert Fuchs die Trauerrede. Mitglied Wolfgang Wolz verstarb am 22.1. im Alter von 69 Jahren und wurde am Samstag, den 7.2. um 11 Uhr auf dem Sommerhäuser Friedhof beigesetzt. Den Trauergottesdienst hielt Pfarrer Jochen Maier.
Die Trauerrede für die Vereine hielt Werner Wenninger.

Es gibt auch erfreuliche Nachrichten

Am 12.2. feierte Mitglied Markus Jambrovic seinen 80.Geburtstag. Siegbert Fuchs überreichte im Namen des Bürgervereins den Jubilar einen Sommerhäuser Bocksbeutel und ein Glückwunschschreiben.

Ehrenvorstand und Ehrenmitglied Michael Bergmann feierte am 18.2.2021 seinen 80.Geburtstag. Im Namen des Bürgervereins überreichte Siegbert Fuchs den Jubilar als Geschenk das Buch „Perlen aus dem Landkreis Würzburg“ mit Widmung aller Vereinsausschussmitglieder, sowie ein ausführliches Glückwunschschreiben. Michael Bergmann war 12 Jahre 1.Vorsitzender des Bürgervereins.

Für das Jahr 2021 haben wir einige Termine beim Touristikverein und bei der Gemeinde angemeldet, in der Hoffnung, dass zumindest im Herbst, wieder der Töpfermarkt, die Ausstellung im Rathaus und der Jahresausflug mit der Kirchengemeinde zusammen, stattfinden kann.

Vielleicht und das wäre für die Neubürger, auch für die neuen Mitglieder interessant, dass wir wieder mal eine gemeinsame Gemarkungswanderung in den Sommermonaten unternehmen.

Für den Kalender 2022 bitten wir diejenigen, die gerne fotografieren uns schöne Fotografien über Sommerhausen per Mail an unseren 2.Vorsitzenden Michael und Annett Reichelt zu senden. Auch sind wir für Anregungen und Wünsche immer zugänglich und würden uns darüber freuen.

In diesem Sinne, eine gute Zeit. Hoffen und beten wir, dass wir die Corona- Pandemie bald überwinden.

Euer Siegbert Fuchs
1.Vorsitzender und Schriftführer des Bürgervereins

 

Nachrufe 2020

 

Hans Konrad geb. 9.5.1943 gest. 14.4.2020
Werner Genauer geb. 16.6.1936 gest. 19.4.2020
Wolfgang Pompe geb. 28.4.1959 gest. 1.5.2020

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Sommerhäuser Vereine mit ihren Fahnenabordnungen bei den Trauerfeiern der verstorbenen Mitglieder nicht teilnehmen. Das gab es außer in Kriegszeiten noch nie. Wir die Verantwortlichen der Vereine und ihre Mitglieder möchten zumindest im Nachruf an diese Menschen denken, die nicht mehr unter sind. Unser Mitgefühl und Anteilnahme gilt den nahe stehenden Angehörigen, welche den schlimmen Krankheitsverlauf ihres Ehepartners oder Sohnes viele Wochen, Monate oder Jahre, mit viel Geduld ertrugen und durch ihre Hingabe, Fürsorge und Liebe, das Leben der schwer Erkrankten erträglicher gestalten konnten. Der tiefe Schmerz bleibt noch eine Zeit lang. Es ist wie ein tiefes Loch, eine tiefe Wunde, die immer wieder aufreißen wird. Leere, die niemals zu füllen sein wird. Trauer, die niemand stillen kann. Fragen, die niemals beantwortet werden. Doch etwas bleibt, das ist mehr als ein Trost, es sind die wunderbaren, unvergesslichen Erinnerungen an einem geliebten Menschen.

Die drei Verstorbenen waren in einigen Vereinen aktiv und passiv dabei.

Hans Konrad ist erst seit dem Jahre 2016 Mitglied im Bürgerverein. Was ihm bei uns gefiel, dass wir ein Herz für die Senioren haben, weil wir bürgernahe kleine Veranstaltungen haben. Und so war Hans und seine Frau Ludwina, bei fast allen Veranstaltungen und Ausflügen des Bürgervereins immer sehr gerne dabei. Wir werden ihn sehr vermissen. In früheren Jahren spielte Hans Konrad Fußball in der II. Mannschaft der TSG und blieb der TSG, obwohl er nach Giebelstadt zog, als Tischtennisspieler erhalten.

Werner Genauer haben wir schon lange nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Seine schwere Krankheit hinderte ihn daran. Gerade die alten Sommerhäuser wissen, dass Werner Genauer von 1978 bis 2002 im Gemeinderat war. Er war ein echter SPD´ler. Sein großes Vorbild war Helmut Schmidt. Werner war ein sozial denkender Mensch. Er setzte sich viel für andere ein und war bei der Fa. Hoffmann viele Jahre Betriebsrat. Bei der TSG war er von 1966 – 1972 Abteilungsleiter in der Fußballabteilung. DIE TSG war in diesen Jahren immer konstant im vorderen Mittelfeld der damaligen B-Klasse. Mit mir, so Werner Genauer, ist die TSG nie abgestiegen. Nach seinem Abschied als Abteilungsleiter stieg die TSG ab. Werner Genauer trat 1959 in die TSG ein. 2009 wurde er zum 50.Jubiläum mit der goldenen Vereinsnadel geehrt. Beim Bürgerverein war er passives Mitglied. 1969 trat er ein. Bekam 1994 als 25jähriges Mitglied die silberne Ehrennadel und im letzten Jahr für sein 50. Vereinsjubiläum die goldene Ehrennadel.

Wolfgang Pompe trat 1984 in den Bürgerverein ein. 2009 wurde er für seine 25jährige Mitgliedschaft mit der silbernen Vereinsnadel ausgezeichnet. Den Wolfgang kannten wir alle als sehr ruhigen und bescheidenen Menschen. Wir wussten alle nicht, dass er schwer krank war. Seine Heimat war die Gräfliche Schützengesellschaft. In diesem Verein fühlte er sich sehr wohl. Die Gräfliche Schützengesellschaft würdigte in ihrem Nachruf (siehe letzte Ausgabe Mitteilungsblatt) seine großen Verdienste.

Drei Menschen gingen von uns still und leise in dieser für uns so ungewöhnlichen Zeit. Wir sagen ihnen herzlich danke, dass sie in unserer Mitte weilten und dass jeder in seiner Art, uns Aufmerksamkeit und Freude schenkte.

Siegbert Fuchs, 1.Vorsitzender Bürgerverein

Ehrenämter sind so wichtiger denn je

Siegbert Fuchs
Mai 2020

Wir haben jetzt viel Zeit uns zu erinnern. Wir vom Bürgerverein haben so viel gesammelt, was in Sommerhausen in den letzten 50 Jahren geschehen ist. Das sind zurzeit 132 Ordner mit vielen schriftlichen Aufzeichnungen, Fotos und über 600 selbst verfasste Biografien, Geschichten und Gedichte über Bürgerinnen- und Bürger und weitere Geschehnisse, welche ich als Schriftführer seit 1996, geschrieben, angelegt und archiviert habe. Das bitte alles ehrenamtlich. Ansprüche habe ich noch nie gestellt.

Doch ohne die Hilfe vieler, die uns das Material zur Verfügung stellten, wäre das nicht möglich gewesen. Da gilt der besondere Dank an Michael Bergmann, Helmut Schönbuchner, Karl Liebing und Karl Zesewitz. Daraus etwas zu gestalten, war meine Aufgabe.

In unserer schnelllebigen Zeit ging vieles unter, was Menschen im Stillen bewegt haben. Es sind so viele Mosaiksteine, die viele nicht sehen. Alles schien so selbstverständlich. Mal gab es ein kleines Lob, na der kann das halt. Doch es fielen auch Worte, der will sich wichtig machen, der will immer vorne stehen, der will damit angeben. Diese Unterstellungen tun weh. Jeder der ein Ehrenamt bekleidet, hörte diese weniger schönen Worte schon. Meistens hinten herum.

Ohne Ehrenämter würden wir in Deutschland ganz alt aussehen, auch in Sommerhausen. Wir sind in unserem Marktflecken mit Ehrenämtern sehr gut aufgestellt, sonst hätten wir in der Vergangenheit nicht so viele Veranstaltungen gestemmt. Da gehören die Mitglieder des Gemeinderats als oberster politischer Verbund an erster Stelle, welche für unseren Ort Verantwortung tragen.

Bemerkenswert fair ging die Wahl über die Bühne. Es war ein wunderbares Bild, wie Wilfried Saak und Stefan Diroll, unsere beiden Bürgermeisterkandidaten bei unseren Bürgernachmittag am 8.3. harmonisch zusammen saßen. Das war früher anders, als im Vorfeld der Wahlen nicht gerade angenehme Worte fielen.

Warum das so anders wurde, ist ein Verdienst der Leute die jetzt im Gemeinderat sind. Gemeinsam haben sie Großartiges geschafft. Kirche und Rathaus wurden saniert, das Miltenberger Haus erworben, eine tolle Großveranstaltung wurde organsiert und vieles , vieles mehr. Die Vereine halfen alle bei dieser Veranstaltung großartig mit. Das zeigt, wie gesund unser Innenleben in Sommerhausen ist. Es wäre alles noch schöner, wenn der verflixte Neid nicht immer wieder mal von außen durchdringt. Der kommt dann zum Tragen, wenn einige der Verantwortlichen in die Offensive gehen und vorne wegmarschieren. Wieder kommt die Kritik, der will sich wichtig tun. Wenn es dem Gemeinsinn dient, brauchen wir doch diese Anführer und dominante Figuren.

Der vorne steht, ist unser Bürgermeister. Und da sollten wir unseren Fritz Steinmann, der nach drei Amtsperioden sich politisch zurückgezogen hat, ein großes Lob zollen. Wie er sich mit viel Herzblut engagiert hat, wie er Tag und Nacht für die Gemeinde arbeitete, das verdient hohes Lob. Fritz, ein einfach gestrickter Mensch, nicht ohne Fehl und Tadel, löste seine Aufgaben nicht spektakulär, sondern mit schlichtem Gedankengut, gepaart mit seinen erworbenen langjährigen Wissen und Erfahrungsschatz. Solche Menschen wie unser Fritz, wurden und werden oft unterschätzt. Intellektuelle Menschen konnten da manchmal nicht folgen, weil ihnen die Basis fehlt, sich in dörfliche Empfindungen zu versetzen. Wir Sommerhäuser waren den Fritz nie böse, wenn er sich gelegentlich mal versprach. Seine legendären Versprechungen gehen in unsere Dorfgeschichte ein. Fritz hat viel Humor und einen Schuss Bauernschläue, so war sein Vater Karl auch. Er konnte sich durchsetzen in einer einmaligen Art. Ich handele immer zum Wohle von Sommerhausen, das waren die Wort von Fritz Steinmann. Dem stimmen wir zu. Dass ihn auch gelegentlich Fehler passierten. Mein Gott, die gehören dazu, sonst hätten wir ja nichts auszusetzen. Was für ihn ganz wichtig war, einen intakten Gemeinderat hinter sich zu haben. Gewiss gab es immer wieder mal Auseinandersetzungen, die jedoch immer auf sachlicher Ebene ausgetragen wurden, wenn es auch so mancher Sitzungsbesucher anders sah. Produktives Streiten gehört unbedingt dazu.

Mit Beate Betschler, Pauline Steinmann, Stefan Oehler und Reinhold Schwarz haben wir neue Kräfte, die dem Gemeinderat gut tun. Der erfahrene Karl Wenninger ist wieder an der Front, desweiteren wieder Stefan Diroll, Birgit Gunreben, Elisabeth Balk, Stefan Furkel, Thomas Bidner, Wilfried Wagner, Markus Schwarz. Eine gute Mischung, zwischen jung und alt. Die knapp auf der Strecke geblieben sind, sollten nicht traurig sein. Sie haben alles gegeben. Alle weiteren die auf dem Wahlschein standen, haben angedeutet, dass Gemeindepolitik für sie sehr wichtig ist. Auch ein Listenkandidat, der an letzter Stelle sich aufstellen ließ, verdient unsere Anerkennung. Noch nie gab es so viele Kandidaten auf den drei Listen. Nicht vergessen sollten wir Günter Hassold, der sich nicht mehr aufstellen ließ und viel für die Gemeinde in den drei Legislaturperioden leistete. Er wird, wie Bernd Geisendörfer und Helmut Schwarz, die nur kurz im Gemeinderat waren und leider nicht wiedergewählt wurden, in den verschiedenen Ehrenämtern der Sommerhäuser Vereinen weiterhin tätig sein.

Wilfried Saak wurde unser neuer Bürgermeister. Zum ersten Mal in der Geschichte von Sommerhausen, ein Nicht-Sommerhäuser. Doch wer den Willi näher kennt, weiß, dass er ein kompetenter Nachfolger für Fritz Steinmann ist. Er kann Menschen führen, er ist intelligent, sympathisch und tolerant. Stefan Diroll, der es nicht als Bürgermeister schaffte, wird nach der ersten Enttäuschung wieder nach vorne schauen und sich, so kennen wir den fleißigen Stefan, wieder voll für die Gemeinde und ihre Menschen engagieren.

Die Ehrenämter bleiben auch in der Corona-Pandemie ein ganz wichtiges Fundament für unser Sommerhausen, wenn auch in diesem Jahr wahrscheinlich alle Veranstaltungen ausfallen werden. Das soll uns alle noch mehr zusammenschweißen und wir sollten den bedrohten Vereinen helfen, selbstverständlich auch unsere heimischen Betriebe und die kirchliche Gemeinde. Nicht zu vergessen einsame Mitmenschen, die unserer Hilfe bedürfen.

 

Bleiben Sie alle gesund.

Euer Siegbert Fuchs

WORTE ZUR JETZIGEN ZEIT – MEINE GEDANKEN –

von Siegbert Fuchs, 1.Vorsitzender Bürgerverein und Nachtwächter von Sommerhausen
April 2020

In dieser von der Corona-Pandemie verunsicherten Zeit sind so viele andere Themenbereiche tabu. Wir hören und sehen Tag für Tag nur Schreckensberichte. Da kauern nun viele Menschen daran, sind geschockt und verunsichert. Die Existenz von ganz vielen Menschen ist auf einmal stark bedroht. Warten wir ab, es bleibt uns nichts anderes übrig, wann diese Pandemie überwunden werden wird.

Die Veranstaltungen der heimischen Vereine wurden bis auf weiteres abgesagt.

Wenn wir jetzt durch Sommerhausen gehen, so stellen wir fest, wie unser sonst so lebendiges Dorf auf einmal unheimlich still ist, in den Abendstunden sogar gespenstisch. Jedes Jahr um diese Zeit kamen schon die ersten Touristen und genossen in den Wirtshäusern den Sommerhäuser Wein, besuchten das Torturmtheater oder andere Veranstaltungen. Auch Einheimische sehen wir kaum. Draußen in der Natur begegnen wir gelegentlich Menschen, welche sich an dem dezenten Grün und den blühenden Frühlingsblumen und dem lustigen Vogelgezwitscher erfreuen. Ein kurzer Gruß im gewissen Abstand, das war´s und jeder geht seinen Weg weiter, so wie es Hermann Hesse in einem seiner Gedichte zitierte. Wer hätte das noch vor einem Monat gedacht, dass wir mal so eingeschränkt werden.

Wenn wir nach Italien, Spanien, England und USA schauen, so geht es uns wirklich gut, ganz besonders hier auf dem Lande, wo die Menschen nicht so eingeschränkt wie in den Städten wohnen, wo viele nicht mal einen Balkon haben. Noch schlimmer ist die Situation in unterentwickelten, armen Ländern, deren Gesundheitssystem miserabel ist und auch nicht besser wird.

Blicken wir trotzdem nach vorne, wenn wir auch wissen, dass unsere Welt eine andere in Zukunft sein wird. Die stetig fortschreitende Globalisierung hat unser Weltgefüge ins Schwanken gebracht. Produkte aus unserem Land, aus der näheren Umgebung, oder aus EU-Ländern und anderen Ländern aus Europa sollten wir nach der Krise wieder mehr bevorzugen. Deutsche Konzerne und Firmen sollten den Mut haben, wieder mehr Produkte in Deutschland und in europäischen Ländern herstellen zu lassen, als aus asiatischen und überseeischen Ländern.

Wir werden oft mit minderwertigen Billigartikeln überhäuft. Textilien sind stark mit Pestiziden belastet. Aus meinen Erfahrungen beim Zoll habe ich das bei Textileinfuhren in meiner Zeit in Aschaffenburg erlebt. Daran hat sich heute wohl noch nichts geändert. Auch bei kritischen Einfuhren von Lebensmittel, Südfrüchten und Pflanzen aller Art, sollte man den Zoll mehr Handlungsraum gewähren.

Die Landwirte und Winzer in unserem Land bekommen wegen Spritzmittel hohe Auflagen, während in den meisten Ländern Gesetzgebungen nicht befolgt werden.

Ich habe es selbst erlebt, wie auf den Baumwollfeldern in der Zentraltürkei unweit von Denizli eine Unmenge von Pestiziden gespritzt wird. In den asiatischen Ländern wird es nicht anders sein. Diese hochgiftigen Bekleidungsstücke lagern in unseren Geschäften. Man spürt diesen Giftgeruch in den Billigläden. Es stehen immer wieder Konzerne dahinter, die am meisten von diesen Transaktionen verdienen, denen liegt doch nichts an der Volksgesundheit. Unverständlich auch, dass ein Großteil der pharmazeutischen Produkte in China oder Indien hergestellt werden und zum Teil verunreinigt sind. Diese Missstände stellten Experten fest.

Die hohe Politik weiß davon, unternimmt aber nichts, weil sie keinen Mut haben, gegen die Konzerne vorzugehen, siehe auch in der Auto-Industrie. Da geht es nicht um die tausende von Mitarbeiter, die ehrlich und sauber arbeiten, sondern um einzelne hoch bezahlte Menschen, die ihren Konzern, durch ihr vertuschen von Fehlern, unglaublich schädigten. Warum werden diese nur profitorientierten Menschen nicht zur Rechenschaft gezogen.

Ich erinnere mich an Postabfertigungen, da öffneten wir auch Pakete aus Fernost, welche nie abgeholt wurden. Da flogen manchmal für uns unbekannte Insekten aus den geöffneten Paketen heraus, die wir töteten, sonst wären sie in unseren Kreislauf gekommen.

Auch bei Tier, Fleisch und Pflanzeneinfuhren war ich oft dabei. Was ich da erlebte, würde noch einige Seiten füllen. Ein Wunder, dass wir uns nicht angesteckt haben.

In dieser sich nah gerückten Welt kommen, das lässt sich nicht vermeiden, Viren und Bakterien zu uns, die wir vorher nicht kannten. Gegenmittel zu finden, diese zu eliminieren, uns alle auf Dauer zu schützen, ist trotz unseres großen Fortschritts in der Forschung und in der Medizin nicht einfach und braucht viel Zeit, wie jetzt mit dem Virus Covid-19, den wir unter den schönen Namen „Corona“ kennen. Jeden Tag werden wir im Fernsehen stundenlang damit konfrontiert.

Wir werden Dank der großartigen Arbeit der Virologen wieder Licht im Dunkeln sehen und so hoffen wir alle unseren normalen Alltag wieder bewältigen zu können. Doch diese Pandemie, die weltweit unterwegs ist, hinterlässt auf jeden Fall viele negative Spuren. Doch auch, das ist unsere Hoffnung, ungeahnte Möglichkeiten, was das menschliche Miteinander betrifft. Bescheidenheit, Dankbarkeit, Mitgefühl, Demut, diese schönen, menschlichen Tugenden, sollten wieder mehr gepflegt werden.

Thema Waffenhandel: Auf höchster Ebene sollten sich bestimmte Machthaber der Welt endlich Gedanken machen, dass Kriege nie eine Lösung sind. Statt Waffen sollten sinnvolle Geräte und Maschinen hergestellt werden. Doch das wird, das wissen wir alle, ein Wunschtraum bleiben. Denn auch nach Corona, wird es leider wieder Kriege geben, denn bestimmte Konzerne, da gehört die Waffenindustrie dazu, sie verdienen daran viel Geld. Es wird immer wieder Machthaber und Despoten geben, die Krisengebiete, als mögliche Schauplätze für die kommenden Kriege ausspähen.

Auch bei Waffenexporte, die viel in arabische Länder gingen, war ich oft live am Stuttgarter Flughafen dabei. Eingeladen wurden die Waffen nie am Tag, sondern in der späten Nacht, Die Bediensteten des Flughafens, außer der Flugsicherung, sowie die Bevölkerung dürfen ja davon nichts mitbekommen. Eigentlich ist nachts Start- und Landeverbot, doch für solche Zwecke, wird das Start- und Landeverbot sogar aufgehoben.

Wir vom Zoll wurden erst wenige Stunden vorher im Nachtdienst darüber informiert. Der Nachtdienst bestand damals aus einer Person. Mir war es ziemlich mulmig als ich mit dem Dienstauto zum Flugzeug fuhr und dort vor dem arabischen Flugzeug zwei uniformierte Araber mit Schnellfeuerwaffen sah, die mich misstrauisch beäugten. Ein Vertreter der Waffenfirma übergab mir die Ausfuhrpapiere, welche alle schon ausgefüllt waren und vom Bundesamt abgezeichnet waren. Das erste Mal war das für mich ein ungutes Gefühl, ich hatte Schweißperlen auf dem Kopf. Die Verladung erfolgte sehr schnell und danach ging ich ins Flugzeug, um die Papiere der Crew zu überreichen. Als ich das arabische Flugzeug betrat, war ich fast von Sinnen. Dieser Prunk im Flugzeug. Außergewöhnliche teure, Teppiche lagen am Boden, die Sitze mit Samt ausgestattet, in der Toilette sah ich Wasserhähne aus Gold. Arabische Musik erklang aus den Lautsprechern. Die gesamte Crew war nett, nur den zivil angezogenen Mann, mit dunkler Brille und finsteren Blick, empfand ich angsteinflößend. Der war mir nicht geheuer, bestimmt war das der Waffenhändler. Ich war froh das Flugzeug wieder verlassen zu können und als ich mit dem Dienstauto wegfuhr, die Tür zum Transitraum aufschloss und einen Stock höher in unserem Büro war, fiel mir ein Stein von Herzen. Die ganze Nacht beschäftigte mich dieses Ereignis. Als ich den älteren Kollegen diese Geschichte am übernächsten Tag erzählte, meinten sie, so ging es ihnen auch, als sie das erste Mal damit konfrontiert wurden.

Bei den nächsten Waffenabfertigungen einige Monate später, wieder in der Nachtschicht, war ich wesentlich entspannter. Doch dieses Thema der Waffenexporte beschäftigte uns Zollbeamte immer wieder, auch deshalb, weil laut dem Außenwirtschaftsgesetz, Waffen zu Kriegszwecken ausfuhr-verboten sind. Ein Kollege ließ sich versetzen, weil er das mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren konnte. Dass diese Waffenlieferungen von deutscher Seite weiterhin stattfinden, liegt auch daran, weil wir als wichtiges Natomitglied, zumindest indirekt immer an alle Kriegsgeschehnisse teilhaben werden. So wird, dass wissen wir alle, unsere Bundeswehr auch in Zukunft immer in Kriegsgebieten präsent sein. Als Schutzschild sozusagen. Das sei notwendig, so die Meinung, der Wehrexperten, sonst würde der Frieden in der Welt gefährdet sein. Gefahren abzuwenden, ist schon richtig, doch um welchen Preis?

Ich kenne einen jungen Mann, der war zweimal ein halbes Jahr in Afghanistan. Sein inneres Wesen ist zerstört, er ist nur noch ein Schatten selbst. Er erzählte nur wenig, doch was er erzählte, reichte schon. Da gibt es leider Leute, die sagen, er sei doch selbst schuld, warum hat er sich freiwillig gemeldet?

Der Export mit den Waffen ist ein Thema, welches wir vom Zoll, immer wieder auf Lehrgängen eifrig diskutiert haben.

Unser Chef, ein echter Schwabe sagte einmal: Leute seht es gelassener, wir müssen halt diese Art von Geschäften tolerieren und vorsichtig damit umgehen.

Wenn es um das große Geld geht, greifen manche Gesetze nicht mehr. Der Ermessensspielraum kann sehr groß sein.

Warum aber, ändert man bestimmte Gesetze nicht? Wir beim Zoll waren oft ratlos und hilflos. Richtiges Handeln wurde sogar in Frage gestellt.

Auf Gerichtsverhandlungen habe ich dieses Dilemma schon erlebt. Gottseidank waren wir gut vorbereitet, sonst hätte mancher, der wissentlich unseren Staat betrogen hat, sogar recht bekommen, weil dieser einen Staranwalt sich leisten konnte. Diese Erfahrungen musste ich lernen. Mein Gott, was war ich unbedarft und naiv, als ich als junger Mensch zum Flughafen kam.

Nun gab es in meiner 11jährigen Zeit am Stuttgarter Flughafen auch viele schöne Erlebnisse, die unvergessen bleiben. Ich lernte wunderbare Menschen kennen und nicht wenige. Da waren viele dabei, die schon meiner Einladung nach Sommerhausen folgten. Sie sind alle von unseren so schönen Sommerhausen begeistert und kommen immer wieder gerne, genießen unseren vorzüglichen Frankenwein, den sie auch, wie unseren sehr guten Essig in ihre Heimat gerne mitnehmen.

Wir in Sommerhausen, ja in ganz Franken, leben in einem schönen und glücklichen Umfeld, auch jetzt in der Corona-Pandemie und auch danach. In Zukunft sollten wir noch mehr zusammenrücken und unseren Gemeinsinn weiter pflegen. Denn gemeinsam sind wir stark. Die Vereine, das haben wir beim Sommerhäuser Festival im letzten Sommer und bei vielen anderen Veranstaltungen bewiesen, sind intakt. Gewisse Differenzen wird es immer geben, doch darüber sollten wir sprechen und diskutieren. Nur mit Offenheit und Toleranz, die Meinung der anderen zu respektieren, kommen wir weiter. Sturheit blockiert. Die jungen Leute zu motivieren und aufzubauen, wie es die Feuerwehr vorbildlich macht, sind zukunftsweisend. Wir Älteren sollten stets Vorbilder sein.

Mit Großveranstaltungen, wie unsere Weinfeste, wird es wohl in diesem Jahr nichts mehr werden. Vielleicht sollten die Vereine sich Gedanken machen, wie Weinfeste in Zukunft ausschauen könnten. In einem gemütlichen kleineren Rahmen und dezenter Musik, so dass sich auch jeder mit anderen unterhalten kann. Immer gibt es Möglichkeiten. Starr an vergangenem festzuhalten, ist keine Lösung. Dass Vereine, gerade die TSG, das Geld für Veranstaltungen dringend brauchen, wissen wir alle.

Der neu gewählte Gemeinderat ist bestens aufgestellt. Junge frische Kräfte kamen dazu, sie werden bereichernd für die Kommunalpolitik sein. Dem neuen Bürgermeister Wilfried Saak und den Gemeinderäten sollten die Bürger von Sommerhausen unbedingt ihr Vertrauen schenken, wie auch den vielen ehrenamtlichen Helfern. Auch unsere lieben Pfarrersleut, Irene und Jochen Maier, schenken wir unser Vertrauen. Wir haben doch uns sehr gefreut, dass sie nach Sommerhausen zurück gekehrt sind.

Der Glaube ist in unserer prekären Situation sehr wichtig. Beim Abendleuten das „Vater Unser zu beten“ eine Kerze anzuzünden, diese Empfehlung von Pfarrer Jochen Maier, sollten wir bitte annehmen. Wenn nicht, dann wenigstens im Stillen ein kurzes Gebet beten.

Ein großes Kompliment und Dankeschön den Ärzten, den Apothekern und ihren Mitarbeitern, den Krankenschwestern, den Pfleger- und Pflegerinnen, den Sanitätskräften, dem Helfern des Technischen Hilfsdienstes und diejenigen, die für unsere Versorgung unterwegs sind. Dazu zählen wir auch die vielen Menschen, überwiegend Frauen, die an den Kassen der Supermärkte sitzen. Wir denken auch an die vielen anderen Menschen, welche für unser Wohl arbeiten und viele Überstunden in Kauf nehmen. Was all diese Menschen in dieser so schlimmen Zeit leisten, ist großartig.

Ein ganz wichtiges Thema, welches wir im Laufe unseres aufstrebenden Wohlstands lange ignoriert haben und jetzt mehr darüber wissen, ist die Klimaveränderung, die wir Menschen zu verantworten haben. Weltweit veränderte sich die Umwelt, durch Massentierhaltung, Waldrodungen, Monokulturen und viele mehr. Diese massiven Veränderungen tragen dazu bei, dass wir Menschen in Zukunft immer häufiger Virenangriffen ausgesetzt werden, welche Krankheiten auslösen und am Ende tödlich sein können. Das behaupten Experten. Diese Prognosen teilten sie schon vor vielen Jahren den regierenden Politikern mit. Doch diese ignorierten ihre Kenntnisse und ihre Weitsicht. Jetzt sind die Politiker dankbar, dass sie in ihrem unmittelbaren Arbeitskreis, diese kompetenten Leute um sich haben, welche uns aufklären und uns tagtäglich über den Stand der Pandemie berichten.

Wir Menschen neigen leider dazu, Unangenehmes zu verdrängen. Wir hören lieber, es geht uns doch gut. Wir verkannten Hilferufe oder Symptome, die uns betrafen. Wir sind überheblich und leichtsinnig geworden, weil es uns eben gut ging. Wir lebten mit unserer so heiteren Gesinnung und unserem sicheren Einkommen, wie die Made im Speck. Wir haben gerne leidenschaftlich gefeiert. Nun ist es anders geworden. Die nachfolgende Generation wird uns später böse sein, weil wir so viel außer acht gelassen haben. Denken wir zurück, wie mühselig nach dem zweiten Weltkrieg unsere Vorfahren durch ihren Fleiß, durch ihr Wissen, wieder eine Existenz aufgebaut und fürsorglich ihre Kinder erzogen haben. Zu dieser Generation gehören wir, die jetzt Älteren. Leider haben wir und die jetzigen jungen Erwachsenen versäumt, unseren Kindern ganz wichtige Werte weiter zu geben, damit meine ich, die ethischen und religiösen Werte. Das lag daran, weil wir mehr das Materielle vordergründig sahen. Unsere Denkweise war und ist, wie kann ich meinen Kindern oder Enkelkindern helfen, dass sie uns lieben. Wir finanzieren zuerst den Führerschein, dann das Auto und dann bekommen sie unser Haus, dazu noch unser mühsam erspartes Geld. Wir warten auf das große Dankeschön und sind dann sehr enttäuscht, dass diese Wertschätzung nicht zurück kommt.

Irgendetwas machten wir falsch. Wir haben ganz einfach an die vielen kleinen lebenswerten Dinge nicht gedacht und waren wie fast alle Menschen in der westlichen Welt, dem Konsumrausch erlegen und so lernten unsere Kinder und Enkel, das gleiche wie wir.

Die Bücher „Haben oder Sein“ von Erich Fromm, oder „Die Kunst kein Egoist zu sein, von David Richard Precht, sollten in den Schulen im Ethikunterricht Einlass finden. Sehr Empfehlenswert auch für Erwachsene.

Gewiss gibt es nicht wenige Kinder, die das Erbe der Eltern zu schätzen wissen. Es ist auch richtig, den Kindern unser Erbe zu hinterlassen, denn sie gehören zu unseren Fleisch und Blut. Bei diesen dankbaren Kindern spüren wir die gute Erziehung und die Handschrift der Eltern.

Wie es nun wirklich weiter geht, weiß keiner so recht. Wir müssen auf jeden Fall Abstriche machen. Die vielen Großveranstaltungen in unserem Land werden eine Zeit lang, weniger werden. Diese Massenhistorie in Fußballstadien und bei Openair- Veranstaltungen, dazu die übertriebenen Huldigungen für Stars im Sport, speziell im Fußball, auch in der Musikbranche, war mit Verlaub, nicht normal.

Auch das Überangebot von Waren aller Art in den Supermärkten ist überzogen. Was brauchen wir z.B. Avocados von unterentwickelten Ländern, die auf großen Plantagen angebaut werden und viel Wasser brauchen, Wasser, das der Bevölkerung fehlt. Diese armen Menschen kommen dann zu uns als Asylanten. Sie würden in ihrem Land bleiben, wenn sie ihre Grundstücke, welche man ihnen weg nahm, wieder selbst kultivieren könnten. Es gibt wenige Ausnahmen, wo die Entwicklungshilfe half, dass ein Teil dieser Menschen vor Ort wieder ihre Felder bestellen konnten und damit ihre Familie wieder ernähren können.

Wir haben uns permanent zu einer Abfall- und Plastiknation entwickelt. Dieses Problem hat man zumindest schon erkannt und Ideen entwickelt, davon abzukommen. Die Konzerne bestimmen unser Land, nicht die Politik. Der Staat hat im Laufe der Jahrzehnte zu viel abgegeben, wie die Bahn und das Postwesen, dazu wurden viele wertvolle Immobilien, billigst an Spekulanten verkauft. Sogar Kulturgüter wurden an asiatischen Staaten verhökert.

Nächstes Thema: Die Billigangebote der unzähligen Flugreisen in nahen und fernen Ländern. Sie sollten unbedingt in Zukunft reduziert werden. Gewiss würde das für viele Flugunternehmen, wie Ryanair, das Aus bedeuten. Doch die früher etablierten Flugunternehmen Europas, wie auch unsere Lufthansa, würden auf Dauer wieder erfolgreicher sein. Sie sollte, wie früher zum Teil wieder verstaatlicht werden. Es darf nicht sein, dass Piloten und das sonstige Flugpersonal nur Zeitverträge bekommen. Das verunsichert doch nur diese Menschen

Der Himmel wimmelte nur so von Flugzeugen. Jedes Jahr diese enorme Steigerung an Start- und Landungen. Das kann doch auf Dauer nicht gut sein und schadet auf Dauer unsere Umwelt sehr. Da gehören auch die Luxuskreuzfahrtschiffe dazu, welche die Umwelt ebenso verpesten.

Auch das Geschehen auf den Straßen, insbesondere auf den Autobahnen, steht vor dem Kollaps. Wie kann es sein, dass auf unseren stark frequentierten Autobahnen immer noch nicht Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt wurden. Warum kann sich die Politik gegen die mächtige Autolobby nicht durchsetzen. Es geht doch um die Sicherheit der Menschen. Jeder Tode und jeder Verletzte ist zu viel. Die Autolobby denkt aber anders. Defekte Autos muss es unbedingt geben, damit wieder neue Autos produziert werden. An die toten Menschen denken die Automanager nicht und auch nicht an die Schwerverletzten, welche nicht mehr arbeiten können und wo möglich bis zu ihrem Lebensende gepflegt werden müssen.

Thema: Pflege. Es darf und kann nicht sein, dass Menschen welche Pflegeberufe ausüben, so schlecht bezahlt werden, während bestimmte Zeitgenossen, den Staat mehr ausnützen, als nützen, und durch Tricks und Machenschaften schnell zu viel Geld kommen.

Mir tun die vielen Mittel- und Kleinbetriebe leid, die aufopferungsvoll ihren Betrieb aufgebaut haben, treu und brav die Steuern zahlen und Sorge für ihre Angestellten tragen. Der von der Regierung in der Krise zugewiesene Betrag für die Mittel- und Kleinbetriebe hilft zumindest, eine kurze Periode finanziell durchzuhalten. Wir denken auch an die vielen Arbeitslosen, die es schwer haben werden, wieder unterzukommen. Ihre Ersparnisse verringern sich rapide und sie müssen, wenn sie keine Arbeit mehr finden, später Sozialhilfe beantragen. Diejenigen die jetzt Kurzarbeit verrichten, sind etwas besser daran. Doch sie stehen unter dem Druck und der Ungewissheit, ob sie wieder voll arbeiten können.

Das Auftauchen dieses heimtückischen Virus ist ein Zeichen von oben und zeigt uns, dass wir Menschen trotz des Fortschrittes auf allen Ebenen, bei solchen unerwarteten Naturkatastrophen, hilflos sind. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, mit Gefühlen und Ängsten, wir sind hoch sensibel, wenn wir das auch selten zu geben. Wir sind ein Produkt der Natur, der den Naturgesetzen, trotz der enormen Fortschritte in der Technik, immer unterworfen bleibt. Wir wurden geboren und werden sterben, ob arm oder reich.

Nach der Corona-Pandemie gibt es einen Neuanfang für uns die wir glimpflich davon gekommen und gesund geblieben sind. Ein Neuanfang ist eine neue Herausforderung für uns alle. Wir sollten dieses Geschenk vernünftig nützen und unseren Schöpfer danken. Dieser Dank an unserem Herrgott soll bitte keine Eintagsfliege sein.

Werte, die wir früher in die Wiege bekommen haben, die wir später im Religionsunterricht aus der Bibel oder aus dem Katechismus erfahren haben, sollten wieder in den Alltag hineinfließen. Ehrlichkeit, Toleranz, Demut, um nur einige Worte zu nennen. Den anderen zu respektieren und zu achten. Den Gemeinsinn fördern. Für die Nachbarn da zu sein und vieles mehr. Alles was unser Leben lebenswert macht.

Und wenn wir alles überstanden haben, dürfen wir auch wieder feiern. Mit unserer Familie und unseren Freunden werden wir uns zusammensetzen einen Bocksbeutel öffnen, den vorzüglichen Frankenwein einschenken, uns zu prosten, in die Augen schauen, den Wein mit Genuss kosten, danach uns umarmen (weil wir das wieder dürfen) und unseren Herrgott danken.

Anm. 1993, waren meine Frau und ich in Mexico. Ich fing mir am vierten Tag der Reise einen Virus ein, der mein Herz sehr schwächte. Dr. Jesus Villanova, der Chefarzt des St. Lucas Krankenhaus in Merida, rettete mein Leben, nach meinen Herzstillstand. Zwei Krankenschwestern knieten an meinem Bett und beteten für mich. Renate erzählte das mir hinterher. Mit einem Rettungsflug, den Renate mit Absprache mit der Deutschen Rettungsflugwacht organisierte, wurde ich nach Ford Lauderdale (USA) transportiert, wo mich Prof. Dr. Lister, ein Kardiologe deutscher Abstammung, behandelte. Nach vier Wochen konnte ich wieder ausreisen. In Deutschland wurde ich weiter von Herzspezialisten behandelt. Nach einem Jahr war ich wieder gesund. Ich hab also schon Bekanntschaft mit einem tückischen Virus gemacht. Das war eine harte Zeit für mich, wie auch jetzt nach meinen Herzinfarkt im letzten Jahr. Dass ich das alles überstand und wieder fit bin, darüber bin ich sehr dankbar und demütig.

Mit dem mexikanischen Arzt war ich noch lange im brieflichen Kontakt. Das schönste Geschenk machte Dr. Villanova mir, als Uli Hofmann, ein Freund von mir, ihn in Merida (Mexico) persönlich besuchte. Er überreichte Uli ein Päckchen, welches er mir in Sommerhausen überreichte. In diesem Päckchen war ein Porzellanherz mit einem Eisengestell, welches sein Bruder, der eine Künstlerwerkstatt besitzt, extra für mich herstellte. Dieses wertvolle Geschenk steht seitdem auf einer Kommode in unserem Wohnzimmer.

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